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„O hätte ich geſprochen! hätte ich Ihnen das verzehrende Geheimniß meiner Seele entdeckt, hätte ich die zärtlichen Erinnerungen meiner Jugend be⸗ kannt— vielleicht wäre mir dieſer bittere Schmerz erſpart worden.“
„Der Fürſt wird ſchwächer,“ unterbrach ſie der Wundarzt. Schon habe ich Sie vor Aufregung ge⸗ warnt. Noch iſt eine Pflicht zu erfüllen.“
Ein leiſes Pochen an der Thüre verkündete die Ankunſt eines Geiſtlichen, und Clemens, der Jeſuit, ſtand mitten unter der trauernden Gruppe. Seine Züge, leicht gerunzelt, trugen den Ausdruck des Leidens— wie wenn ein tiefer, plötzlicher, geheimer Schmerz die Wurzel ſeines geiſtlichen Stolzes an⸗ getaſtet hätte; als wenn die Täuſchung einer herr⸗ ſchenden Leidenſchaft in dieſem Augenblicke vernichtet worden wäre;— als wenn der rauhe Pfad, den er bisher verfolgt, ſich ihm mit allen ſeinen Unebenhei⸗ ten dargeſtellt hätte;— als wenn das Blut vor ihm eine ſtumme Anklage gegen ihn erhöbe.
Alles zog ſich vom Lager des Todes zurück, als der Beichtvater näher trat. Ella allein ſchien
die Stelle aller Diener erſetzen zu wollen; ſie lehnte
ſanft das Haupt ihres Gatten an ihre Bruſt und ſtillte mit ihrer eigenen Hand das Blut ſeiner Wunde.


