Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
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8 262 So

dieſe Augen zu verbergen, dieſe Lippen zum Schweigen zu verdammen, dieſe Glieder in grobe Leinwand einzuhüllen! Vor wenigen Tagen noch, mein Fräu⸗ lein, waren Sie ganz anders geſtimmt; Sie weinten, rangen die Hände und ſprachen von endloſem Schmerz und endloſer Treue.“

„Ich zweifle nicht an mir ſelbſt, an meiner eigenen Beſtändigkeit; aber Leopold, wenn er mir weniger zugethan, weniger zärtlich wäre, als mein thörichtes Herz hofft; wenn Gewohnheit, wenn Sicher⸗ heit die Glut ſeiner Gefühle erkälten würde! Glaube mir, Lottchen, ich fürchte den Ball, ich fürchte den Zwang, die prachtvollen Vergnügungen, die eitlen Luſtbarkeiten, von denen ich mich wie eine Ver⸗ brecherin wegſtehlen muß! O daß es morgen wäre! Im Angeſichte des Tages, vor dem Altare, der unſere Gelübde ſchon empfangen hat, könnte ich freudig ihm entgegen fliegen und glauben, daß der Himmel meine Handlung ſähe und billige. Aber das Dunkel der Nacht iſt unglückbedeutend; das Blitzen und Schimmern der Lampen iſt falſch und bethörend.“

„Das Fräulein hat ja noch freie Wahl, ſich zurlceugieen„“ meinte das liſtige Mädchen.

„Niemals!“ rief Konſtanze mit Nachdruck.„Der Würfel iſt gefallen. Gib mir das Bildniß meiner Mutter; ich muß es tragen, nein, nicht ſo— dieſes