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Antlitz darf dem rohen Blicke, der kühnen Vermu⸗ thung der Menge nicht ausgeſetzt ſeyn— hier an meinen Buſen lege es, gegen mein Herz gekehrt. Wenigſtens eines unſerer Eltern ſoll die Hochzeit heiligen.“
„Und Ihr Bruder, Graf Albert? Seine An⸗ weſenheit und Mitwirkung ſchlagen Sie nicht an? Iſt nicht ſein Beiſtand hinreichend, ſelbſt das An⸗ ſehen Ihres Vaters aufzuwiegen?“
„Es iſt wahr, Lottchen, aber es iſt eine feier⸗ liche Epoche in dem Leben des Weibs, wenn es die Bande der Familie, ihrer Pflicht, ihrer Kindheit von ſich wirft; wenn ſie die Gewißheit des Lebens verläßt um einer unſichern Zukunft willen. Es mag Schwäche ſeyn, aber“—
Der halb ausgeſprochene Satz wurde nicht voll⸗ endet. Der ereignißvolle Augenblick war gekommen. Konſtanze, dem Rufe gehorchend, ſtand auf der Schwelle ihres Zimmers, halb zurückgewendet, die kleine Maske immer noch in ihrer Hand. Zu jeder
andern Zeit hätte man ſie mit Thalia vergleichen können. Aber jetzt war kein fröhliches Lächeln zu ſehen, ihre Wange war gebleicht, und die leiſen, murmelnden Töne ihrer Stimme verriethen tiefe Bewegung, als ſie ihrer Dienerin ihre letzten Auf⸗ träge wiederholte.


