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unbedeutende Handlungen der Schonung und Höſ⸗ lichkeit erſchienen in einem höheren Glanze, und mit
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der bereitwilligen Gegenwirkung eines glühenden
Herzens fühlte ſie ſich nicht nur geneigt, Andern zu vergeben, ſondern fühlte beinahe den Drang, ſich ſelbſt anzuklagen.
Es liegt etwas ungemein Feierliches in dem Ge⸗ danken eines jungen Geiſtes, wenn er zum erſten Male das elterliche Anſehen abwirft und ihm dann offen Trotz bietet. Manch' grauſamer Streit, manch' heimlicher Kampf muß ſtattfinden, ehe eine Tochter freiwillig ihren eigenen Lebenspfad ſich wählt, nicht begleitet vom Segen, nicht geſtützt auf den Rath ihrer El⸗ tern.„Wie freundlich ſprach und lächelte er mir zu dieſen Abend,“ rief ſie im Geiſte aus, als das dienſt⸗ fertige Lottchen eine neue Blume in ihr Haar ſteckte. „Aber ich werde ihn nicht umarmen, nicht ſeine Ver⸗ gebung erflehen können, vielleicht werde ich ihn nach dieſer Nacht niemals mehr ſehen, vielleicht wird er mich vermeiden, mich verachten,— und wenn dann Leopold mich weniger lieben, wenn er mir weniger zugethan ſeyn ſollte“—
„Noch nie ſah das Fräulein ſo ſchön aus,“ be⸗ theuerte Lottchen, ſie in ihren ſchwermüthigen Träu⸗ men unterbrechend.„Wie Schade, daß man ſo viel


