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Ella knieete mitten unter der frommen Ver⸗ ſammlung auf dem kalten Marmor. Keine weltliche Auszeichnung, kein beſonderer Sitz, kein höherer Platz machte ſie bemerklich. Sie betete und erkannte dankbar die vielen Segnungen, deren ſie ſich unwürdig fühlte. Ihr Gebet kam aus einem dankbaren Herzen, und als ſie es ausſprach, erhob ſich ihre Seele, frei von irdiſchen Feſſeln, zum Himmel empor. O es gibt eine Sehnſucht des Herzens, eine Glut des Gemüths, welche, wenn auch durch unſere Leidenſchaften, un⸗ ſere Beſtrebungen und unſere Ungerechtigkeiten er⸗ ſtickt, verkehrt und ſchlimm angewendet, doch ſich emporhebt, ſtets zu einem Verkehr mit jener höheren Sphäre ſich emporkämpft, aus welcher die Seele wie ein gefallener Stern herabkam, und die, wenn auch noch ſo verdunkelt, verſchleiert oder vergeſſen, ſtets über uns ſtrahlt, bereit den Irrthum anzu⸗ nehmen und zu verzeihen!
Zufällig wurde die Andacht der Fürſtin durch eine leichte Bewegung in der Nähe der Beichtſtühle unterbrochen. Ein Haufe Büßender hatte ſich ver⸗ ſammelt, die der Reihe nach ihre Gewiſſen entlaſten und um die Vergebung bitten wollten, die der Menſch, der vermeſſene Menſch, ſeinem ſchuldvollen Neben⸗
menſchen zu bieten wagt. Das leiſe Flüſtern des Gebets verſtummte; kein Wort kam en.
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