Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
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—2 248 S⸗⸗

Bildern, die der Aberglaube, Frömmigkeit, Stolz oder Scherz aufgeſtellt hatte, um an die Tugenden der Abgeſchiedenen zu erinnern, oder um einen er⸗ littenen Verluſt zu beurkunden.

Der Glaube der Heiden, ohne Hoffnung, wie ohne Troſt, wußte nichts von den rührenden Ban⸗ den, die den lebenden Chriſten mit dem todten ver⸗ knüpfen. Weder Urne noch Mauſoleum, noch Ke⸗ notaph, noch Sarkophag— weder die geſchickten Zubereitungen ägyptiſcher Wiſſenſchaft, die Bildſäulen, noch die ewige Lampe— Urbilder, Symbole und Zeichen des Lebens und der Ewigkeit— vermittelte die traurige, aber zärtliche Erinnerung, die dunkle Wahr⸗ nehmung eines andern Zuſtandes, die geheimniß⸗ volle Scheu, den heiligen Schmerz, die ſchreckliche Beſorgniß, den frohen Glauben, der in den ſchönen Förmlichkeiten und Denkmalen chriſtlicher Begräb⸗ niſſe enthalten iſt. Wenn unſere irdiſchen Körper aufgehört haben, die Thätigkeiten des Daſeyns zu verrichten, werden ſie von uns dem Heiligthum jener Macht anvertraut, deren Gnade die kalte Zunge des Todes nicht mehr erflehen kann; und wenn die Marmortafel oder ein ausgeſchnitztes Bild unſere vermodernden Vorältern in unſere Erinnerung zu⸗ rückführt, werden unſere Gebete reiner und glühender unter dem pergeiſtigenden Einfluß.