Teil eines Werkes 
3. Band (1839)
Entstehung
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So-

durch die Gegenwart ihres Kindes befreien konnte, deſſen junges Leben nur noch nach Wochen gezählt wurde, deſſen ſchwaches Daſeyn noch die mütterliche Liebe zur Stütze nöthig hatte. Das zarte Geſchöpf war jetzt an dem Buſen, von dem es Wärme und Nahrung empfing, in Schlaf geſunken. Sanft legte die Fürſtin von Corſini ihren ſchlummernden Säug⸗ ling auf das Eiderdunen⸗Bett nieder, von dem ſie ihn weggenommen, und drückte ihre Lippen auf die ſchöne Wange, die um die zärtlichen Küſſe, die ſie em⸗ pfing, zu bitten ſchien. Einen Augenblick beobachtete ſie die zitternde Bewegung der Augenlieder, ſie lauſchte auf ſeinen ſanften Athem und malte ſich jene Zeit vor, wo all die verborgene Schönheit dieſer kleinen, zarten Geſtalt ſich zur Fülle und Reife entwickelt haben, wo die junge Seele, die jetzt in ihrer ſchwachen Hülle ſchlief, in Geiſt und Liebe glühen würde.

Die Stunde zum Abend⸗Gottesdienſt ſchlug und ſie beeilte ſich, am Altare der Jungfrau ihre ge⸗ wohnte Andacht zu verrichten. Sie war ohne Be⸗ gleitung und zu Fuß, und trat in den heiligen Tem⸗ pel, eben als die ſanfte Harmonie des himmliſchen Grußes das Herz mit überſtrömender Dankbarkeit und heiliger Freude erfüllt. Wenige Gläubige hatten ſich in dem dunkeln Gange geſammelt, aber Chor

und Altarplatz waren nur beſetzt von jenen düſtern 2