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heiteres Licht auf die Düſterheit warf, von welcher für Albert jeder Gegenſtand, jede Scene bedeckt war. Mit Sehnſucht erwartete er jedesmal die An⸗ kunft der Poſt; der Brief von heute befriedigte ihn nur ſo lange, bis morgen ein neuer kam. In dieſen Briefen war in der That das Weſen ihrer Ver⸗ faſſerin ganz niedergelegt; gebildet und doch einfach, munter und doch elegant, verſtändig und doch liebe⸗ voll, lebhaft und doch zärtlich, beſcheiden aber zu⸗ traulich; und wenn er die kleinen Züge, in denen ihre Seele der ſeinigen zu begegnen ſchien, liebevoll durchlas, ſtellte ihm die geſchäftige Phantaſie die Geliebte vor, in einer ſchönen, aufmerkſamen Stel⸗ lung über den kleinen Pult von Ebenholz gebeugt, der den unſchuldigen Schatz ihres Herzens enthielt; ihre höhere Farbe verrieth den Gegenſtand, womit ſie ſich beſchäftigte, während ihre zierlichen Finger ſich über das glänzende Papier bewegten und das kunſtloſe Zeugniß ihrer Liebe niederſchrieben.
So malte ihm ſeine Einbildungskraft die ferne Geſtalt der Verehrten vor, während jeder neue Brief den Beweis ihrer Treue und der Stärke ihrer Liebe überbrachte.
Auch Florville war nicht vergeſſen. Die ſchwär⸗ meriſche Begeiſterung ſeines Weſens wurden um ſo verführeriſcher, als ein ſtarker Briefwechſel ſeinen
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