In der erſten Zeit, da Albert ſeine glänzende Laufbahn antrat, fühlte er einen Widerwillen gegen einen Beruf, deſſen Pflichten ihn von Ella trennten. Der Ruhm hörte auf ihn zu feſſeln, als er fand, daß er mit ſeinem Glücke unverträglich ſey, und er ſehnte ſich nach jener fernen Zeit, die ihn in die Arme des Weſens zurückführen würde, das er von Kindheit auf geliebt hatte, deſſen liebliche Entwick⸗ lung er mit zärtlicher Erwartung beobachtet; deſſen knospende Schönheit ſeine Bewunderung erweckt; in deſſen Umgang er geſchwelgt, deſſen Unſchuld er geliebt, deſſen jungfräuliches Zutrauen er gewonnen hatte. Roſenthal beſaß die Gluth der Jugend ohne ihre Unbeſtändigkeit; er war nicht der Mann, der im Wechſel eine Erleichterung von den Schmerzen, oder im Gewinn einer ausgebreiteten Bekanntſchaft eine Entſchädigung für den Verluſt einzelner Freunde fand. Die Vergnügungen der Reiſe konnten die Er⸗ innerung an die Heimath, und der Anblick neuer Schönheit den Eindruck der erſten Liebe nicht ver⸗ wiſchen. Die lärmenden Freuden einer Garniſon, die fröhlichen Zuſammenkünfte und glänzenden Ge⸗
lage ſeiner Kriegskameraden beſaßen wenig Reiz für ihn, und ſelbſt Italien, das Land der Poeſie und Liebe, war für ihn eine Wüſte.
Ella's Briefe waren das Einzige, was ein


