Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

268 Se⸗

dieſe Zuſammenkunft auszuhalten. Zuletzt drang der Fürſt in Albert, ſie zu beſuchen.

Albert wechſelte die Farbe, nahm aber die Ein⸗ ladung an. Unter Ella's Füßen ſchien der Boden zu zittern und einzuſinken, als ſie die unwillkommene Zuſage hörte. Der Gedanke, Roſenthal auf freund⸗ ſchaftlichem und vertrautem Fuße in ihrem Hauſe zu empfangen, war ihr unerträglich; doch wußte ſie nicht, was ſie thun ſollte. Die angeborene Würde ihres Geiſtes verſchmähte den Gedanken, ihn ver⸗ meiden zu wollen; aber auf der andern Seite ihm zu begegnen, mit ihm als Freund ſich zu unter⸗ halten und ihn zu hören, dies hätte eine Selbſt⸗ beherrſchung erfordert, der ſie ſich keineswegs ge⸗ wachſen fühlte.

Warum tanzen Sie nicht? fragte Ella, da ſie nicht ſtumm bleiben wollte, damit ihr Gemahl nicht ihre Verwirrung entdecke.

Ich tanze jetzt nie, ſprach er und in den letzten Worten lag der Ausdruck tiefer Trauer.

In dieſem Augenblick vertraute Corſini, um eine Geſellſchaft, die ſo eben in den Saal trat, begrüßen zu können, ſeine Gattin dem Schutze Roſenthals an. Ella zögerte, ehe ſie es wagte, ſeinen dargebotenen Arm anzunehmen. Sie meinte, jedes Auge müſſe