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ſie Alberts glühendem Blick. Er war magerer und bleicher, als bei ihrer Trennung. Dieſer eine kurze Blick ſprach mehr als ganze Bände, aber ſeine Be⸗ deutung concentrirte ſich in dem einen kurzen Wort: ſie war elend!
„Ihre Schweſter iſt ſeit einiger Zeit in Wien,“ bemerkte ſie nach einer Pauſe, welche peinlich zu werden drohte.
„Die Fürſtin wird ſich freuen, ihre Bekannt⸗ ſchaft zu machen,“ bemerkte Corſini.
Albert verbeugte ſich verbindlich vor dem Für⸗ ſten; dann wandte er ſich an Ella und fuhr fort: „Unmittelbar nach der Vermählung meines Bruders kehrten wir hieher zurück. Ich hatte gehofft, Sie früher zu ſehen,“ ſprach er mit ſo leiſer Stimme, daß die letzten Worte des Satzes nur das Ohr er⸗ reichten, für das ſie beſtimmt waren.
„Wird der Graf und die Gräfin lange bei Ihnen verweilen?“ fragte Ella kalt.
„Nein, mein Bruder bekleidet eine wichtige Stelle; er kann nur eine beſtimmte Zeit lang aus⸗ bleiben; morgen reist er von hier nach Paris zurück.“
Ella's Lage wurde mit jedem Augenblicke pein⸗ licher und ſchwieriger, je mehr ihre zurückgedrängten Gefühle über jene konventionellen Formen den Vor⸗ rang gewannen, welche ſie in Stand geſetzt hatten,


