Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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Wünſchen eines Mannes entgegen zu kommen, dem ſie ſo viel verdankte. In ein feines, weißes Gewand einfach gekleidet, lag ihr Hauptreiz mehr in der un⸗ gemeinen Eleganz ihrer Geſtalt und Bildung, als in der Pracht des Stoffes, aus welchem ihr Anzug bereitet war. Ihr Lockenhaar, von einem Band von Edelſteinen zuſammen gehalten, war, ganz zu ſeinem Vortheile, unbedeckt, und ſeine glänzende Schönheit war von keiner eigenſinnigen Hand ver⸗

letzt. Ein Schloß von Brillanten hielt ihr Kleid zu⸗

ſammen; weiter trug ſie keinen Schmuck.

Einen auffallenden Kontraſt gegen die einfache Kleidung ſeiner Gattin bildete die gebietende Geſtalt Corſini's, der, mit vielen Sternen, Bändern und Orden geſchmückt, in dem glänzenden Kreiſe hervor⸗ ragte, ſeine edlen Züge belebt von einem wohlwol⸗ lenden Ausdruck, als er ſeine beſcheidene Gattin durch die ſtaunende Menge führte.

Mit einer Schüchternheit des Betragens, die eben ſo weit von Kälte, als von Verachtung ent⸗ fernt war, näherte ſich Ella anmuthig ihren zahl⸗ reichen Bekannten, auf den Arm ihres Gatten ge⸗ ſtützt, den ſie um Ermuthigung zu bitten ſchien, wie ſie durch ihn Wichtigkeit gewann. Sie nahm die allgemeine Huldigung, die ihr Stand und ihre Schön⸗ heit forderten, mit ruhigem Lächeln auf. Früher