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wurden, die für den Empfang der Geſellſchaft be— ſtimmt waren. Nichts konnte dieſes Feſt, zu welchem der ganze Adel und alle Schönheiten des öſtreichiſchen Hofes geladen waren, an Glanz übertreffen. Die Har⸗ monie eines herrlich beſetzten Orcheſters ſchlug an das Ohr. Schöne volksthümliche Melodien ſchallten laut und fröhlich durch die Hallen; die ſeltenſten Blumen und ausländiſchen Pflanzen verbreiteten einen herrlichen Wohlgeruch; Nachtpflanzen, die nur ein— mal in einem Menſchenalter blühen, hatte man für dieſes Feſt geſammelt und koſtbare Teppiche von den lebhafteſten Farben wurden nur durch die anweſenden Frauen überſtrahlt. Unter dieſen allen, die ſich leicht im Tanze bewegten oder den ſchwindelnden Reigen des Walzers ſo glänzend, ſo zart, ſo zitternd dahin— flogen, daß ſie wie zauberhafte Gebilde oder wie die Verwirklichung des Traumes eines Dichters erſchie⸗ nen— unter allen dieſen war die herrlichſte, an⸗ ziehendſte, bewundertſte Geſtalt die Fürſtin von Corſini. Nicht ohne Widerſtreben hatte ſie ihre Einwil⸗ ligung dazu gegeben, bei dieſer Feſtlichkeit öffentlich zu erſcheinen. Den wiederholten Bitten ihres Ge⸗ mahls endlich nachgebend, kam ſie, nicht um die Freuden der Nacht zu theilen, ſondern um den — 47*


