Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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der ſich allmählig ausdehnte, bis der ganze Hori⸗ zont erleuchtet war und die Sonne in goldenem Glanze aufſtieg.

Das geſchäftige Treiben menſchlicher Thätigkeit hatte noch nicht an das Ohr geſchlagen; die Lebens⸗ ſorgen ſchlummerten noch, der Gegenwart vergeſſend und den düſteren Pflichten des Daſeyns eine weitere Stunde entziehend.

Die Gefühle am frühen Morgen können mit denen verglichen werden, mit welchen wir jene ferne Zeit bekleiden, ehe Sünde und Ungehorſam die Lieblichkeit der Schöpfung verdunkelt und ſchlimme Leidenſchaften die Werke Gottes verunſtaltet hatten. Es iſt ein heiliger Anblick, wenn die ſaatenvolle Erde, mit der Dämmerung erwachend, ihren täglichen Um⸗ lauf beginnt; der Geiſt des Friedens und der Schön⸗ heit ſchwebt über ihrem ſtrahlenden Antlitz, die menſch⸗ liche Feindſeligkeit ſchläft noch und die Natur be⸗ hauptet ſchweigend ihre Herrſchaft. Das endloſe Spiel irdiſchen Gewinns, der tödtliche Kampf ſtrei⸗ tender Intereſſen, der armſelige Krieg der Menſch⸗ heit ſind noch nicht aufs Neue ausgebrochen. Die verderblichen, wie die wohlthätigen Werke der Civi⸗ liſation ruhen; das Dunkel bricht zum Lichte hervor. In ſolchen Augenblicken erglüht das Herz im Ge⸗ fühle der Dankbarkeit, das, wenn es auch nicht das