Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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griff immer tiefer, je ſorgſamer jede äußere Dar⸗ legung zurückgehalten wurde.

Religion, dieſe himmliſche Tröſterin für irdi⸗ ſches Weh, Religion allein beſaß die Macht, die Seele des Fräulein von Lindenberg von der düſtern Empfindung ihres Schmerzes zu dem Gedanken zu erwecken, daß höhere Pflichten ſie erwarten; aber obgleich von einem harten Schlage getroffen, war ſie noch nicht fähig, den geiſtlichen Troſt anzuneh⸗ men, der den Unglücklichen erwartet, wenn er von Allem verlaſſen iſt.

Wie oft geſchieht es, daß wir nach Mitteln ſuchen, einen erſehnten Gegenſtand zu erlangen, den vielleicht eine unerwartete Geſtaltung der Umſtände plötzlich, ohne irgend eine Anſtrengung von unſerer Seite in dem Augenblicke uns entgegenführt, wenn unſere Fähigkeiten, Vorſorge und unſer Scharfſinn ſich erſchöpft haben. So beſchämt die Vorſehung oft auf das Einfachſte unſere Anſtrengungen, gleich⸗ ſam um uns deren Unzulänglichkeit zu zeigen. Gerade als Lindenberg hoffnungslos die Fruchtloſigkeit aller ſeiner Bemühungen erkannte, trug ein unvorher⸗ geſehenes Ereigniß in hohem Grade dazu bei, die Ruhe Ella's wieder herzuſtellen und ſie zu dem Ge⸗ fühle zu erwecken, daß ſie andere Verpflichtungen habe, ernſter als jene Bande mädchenhafter Liebe,

Ella. II. 4