Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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48 So

aber er fühlte zugleich ganz die Schwierigkeit der mißlichen Aufgabe, die ihm hier zufiel. Er hielt es nicht für nöthig, ſeine Beſorgniſſe oder ſeine Ge⸗ dänken darüber ſeiner zärtlichen Gattin anzuver⸗ trauen; denn eine Mittheilung der Art konnte die Heiterkeit der Mutter völlig zerſtören, ohne die Schmerzen der Tochter zu lindern. Es war in der That eine geſchickte Hand erforderlich, um ihre ſchwärende Bruſt zu unterſuchen; denn eine verfehlte Heilmethode konnte die friſche Wunde, die ihre Ge⸗ fühle erhalten hatten, nur verſchlimmern. Zum erſtenmal in ſeinem Leben war Lindenberg unent⸗ ſchloſſen. Er konnte nicht, ohne etwas dagegen zu verſuchen, ſeine Ella als Opfer ihres Schmerzes verſchmachten laſſen, und ihre blühende Lieblichkeit nicht, gleich einer vom Gifthauch berührten, noch nicht zur Reife gelangten Pflanze, verwelken ſehen. Aber einem ſolchen Weſen unter ſolchen Umſtänden wirkſamen Troſt zu reichen, war ein höchſt mißliches Unternehmen; denn nicht in den kalt abgemeſſenen Worten eines väterlichen Rathes konnte hier Er⸗ leichterung geſpendet werden; kalte Lehren der Le⸗ bensklugheit lindern nicht die verzehrenden Qualen des brechenden Herzens; die ernſte Stimme des väterlichen Anſehens konnte den Stachel des Schmer⸗ zes zurückdrängen aber nicht herausnehmen; dieſer

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