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geſchloſſen hatte, und kein irdiſcher Zeuge die hoff⸗ nungsloſe Glut ihrer Liebe beobachten konnte. Dann erſt konnten die tief verſchloſſenen Qualen ihrer
Seele in ungehemmter Freiheit ausbrechen, und die
lieblichen Züge, die im ermüdenden Gewühle des Tages das ruhige Lächeln ſchwermüthiger Faſſung trugen, einen andern Ausdruck annehmen; dann erſt fand der geheime Kummer, der auf ihr laſtete, eine Sprache; dann erſt floß der ſchwellende Strom der Empfindung, nicht mehr zurückgehalten durch das Gefühl des Gehorſams und der Schicklichkeit, unge⸗ hemmt und unbeargwohnt.
Durch den äußeren Anſchein beruhigt oder viel⸗ leicht getäuſcht war Frau v. Lindenberg mit dem Betragen ihrer Tochter vollkommen zufrieden, und ſchenkte ihrem Benehmen, das ihren Anſichten von Anſtand und Würde völlig entſprach, unbedingte Billigung. Sie wähnte, die ruhige Heiterkeit, die auf dem Geſichte ihres Kindes lag, ſey ein zuver⸗ läßiges Zeichen innerer Ergebung, während die wechſelnde Farbe ihrer Wangen, ihr unruhiger Blick, ihre oft bemerkbare Theilnahmloſigkeit unbeachtet blieb.
Die ruhige Erhabenheit der umgebenden Land⸗ ſchaft war geeignet, auf eine ſo jugendliche Phantaſie einzuwirken. Die Feierlichkeit, die ſtille Ruhe der


