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der ſie über den von ihr durchleſenen Brief batte nachdenken können,„wenn Du die Mittheilung, die in dem Briefe des Grafen enthalten iſt, reiflich er⸗ wogen haſt, ſo wirſt Du nichts dagegen einzuwenden haben, auch das Schreiben zu durchleſen, das ich jetzt an Albert richten werde. Um deinetwillen, theuerſtes Kind, will ich ihm nicht eine Beleidigung anthun, wie wir ſie von ſeinem Vater erduldet ha⸗ ben. Ein harter, gefühlloſer Geiſt athmet auf jeder Linie in jenem Papier, ich werde mir weder ſeine Sprache, noch ſeinen Sinn zum Muſter nehmen.“
„Dank, o Dank, mein theurer Vater,“ rief Ella, während ſie ſeine Hand ſanft in der ihrigen⸗ drückte.„Verkennen Sie Albert nicht; vielleicht— er iſt dennoch— ich kann nicht glauben, daß er treulos iſt— es iſt unmöglich.“
„Nichts davon! das Band zwiſchen Euch iſt zerriſſen. Graf Roſenthal zeigt ſich unerbittlich, und die Ehre verbietet die Erneuerung jener Gelübde, deren Du fortan und für immer entbunden biſt,“ bemerkte Lindenberg mit Ernſt.
„Sprechen Sie nicht ſo ſtreng, theuerſter Vater,“ rief Ella,„ich will Ihnen gehorchen, in Allem— ſo weit meine Kräfte reichen;“ und als ſie dieſe Worte kaum vernehmlich ausgeſprochen hatte, ver⸗ barg ſie ihr Geſicht an dem Buſen ihrer Mutter.


