Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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In Folge der einfachen Gewohnheiten ihrer frühen Jugend war Frau von Lindenberg für ein ſtilles Leben ſehr eingenommen; und ſobald der erſte Schmerz der Demüthignng und Ueberraſchung ſich gelegt hatte, wurde ſie mit ihrem jetzigen, im Ver⸗ gleich mit ihrer früheren Stellung dunkeln Looſe ſchnell verſöhnt. Weder geſchaffen, noch erzogen für den ängſtlichen Zwang des Hoflebens; der prahle⸗ riſchen Schauſtellung und dem Gepränge des Ranges abgeneigt, paßten ihre ſanften Tugenden, ihr ſtilles Weſen gerade zu der anſpruchsloſen Lage, die ihr jetzt angewieſen war; und es gab ſogar Augenblicke, in denen ſie, wenn auch vielleicht unbewußt, eine wirkliche Zufriedenheit mit dem Glückswechſel, der anfangs ſo unheilvoll erſchien, fühlte, da ſie ſich nun jenen friedlichen Beſchäftigungen ungeſtört hin⸗ geben konnte, die ſie, während die Sonne ihrer Größe ſchien, ſo oft zu verlaſſen genöthigt war. Die unſchuldige Freude, die ſie darüber empfand, daß ſie jetzt ihre ländlichen Unterhaltungen ungehin⸗ dert aufnehmen konnte, feſſelte ihre Aufmerkſamkeit und zog ihre Gedanken von der Betrachtung des politiſchen Mißgeſchicks und der weltlichen Täuſchung ab; die kleinen Sorgen für Blumen, Geſträuche, Vögel, die einfachen und doch ſo reizenden Beſchäf⸗ tigungen des Hausweſens füllten die Tage aus und