19&
Pauſe mit Ergebung,„ich verſpreche, Ihre Vor⸗ ſchriften zu erfüllen; ich verſpreche, theuerſte Eltern, Ihren Wünſchen nachzukommen, denn ſo innig ich Albert liebe, und ſo hart die Prüfung iſt, härter
vielleicht, als Sie vorausſetzen, ſo glaube ich doch
und fühle, daß ich eine Mittheilung von Ihm er⸗ warten muß. Aber Vater, theurer Vater, iſt es nothwendig, daß Sie Albert von ſeinem Verſprechen entbinden? Wird nicht ſeine feurige Natur ſich em⸗ pören gegen eine Vorausſetzung, die ſeine Treue und Beſtändigkeit zu bezweifeln, wo nicht zu be⸗ ſtreiten ſcheint? Wird er nicht glauben, wir hätten unſere Geſinnungen geändert? Ich muß annehmen, daß es ihn wenigſtens ſchmerzen, wo nicht beleidigen wird, wenn er ſieht, daß Sie ihn einen Augenblick der Untreue fähig hielten.“
„Ich werde Deinen Geliebten nicht verletzen, Ella, und auch der Entſcheidung ſeines Vaters nicht vorgreifen. Ich will einige Tage hingehen laſſen, um einen Brief von ihm zu erwarten, und durch den Ton deſſelben ſoll unſere Antwort bedingt ſeyn. Biſt Du zufrieden geſtellt?“
Unter dieſen Worten ſchloß Lindenberg ſeine Tochter an ſeine Bruſt, und als ſie die zärtliche Umarmung der väterlichen Liebe fühlte, unterwarf ſie ſich mit Ergebung der Entſcheidung ihres Vaters.
GGG“ 2


