Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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So würdeſt Du niemals in Deinen Verlobten dringen, ſeine früheren Betheurungen zu erfüllen, fuhr der Baron mit Feſtigkeit fort.Iſt Albert wirklich der edelgeſinnte Mann, für den ich ihn ſtets hielt, ſo kann man über ſeine Gefühle nicht im Zweifel ſeyn; aber die treue Anhänglichkeit eines Geliebten, wenn ſie auch den Beweis gibt, daß die Liebe meines Kindes auf keinen unwürdigen Gegen⸗ ſtand fiel, kann mich doch nicht mit einer Verbindung verſöhnen, die im Widerſpruch mit ſeinem Vater geſchloſſen wurde. Mein Benehmen muß durch das des Grafen Roſenthal bedingt ſeyn.

Ella ſchluchzte hörbar, antwortete aber nicht.

Du folterſt unſere Tochter, theurer Friederich, ſprach die Baroneſſe mit vorwurfsvollem Tone; dieſe ſchlimmen Vorbedeutungen können ſich grundlos erweiſen, und Alles kann noch gut gehen, wofern nur Albert treu bleibt: Beide ſind jung, Beide

Karoline, unterbrach ſie ihr Gemahl mit ei⸗ nem, ihm ungewöhnlichen, ſtrengen Ernſte,Du ſollteſt meine zärtliche Liebe für unſer Kind und die Aengſt⸗ lichkeit kennen, mit der ich ſtets für ſein Glück be⸗ ſorgt bin. Bisher war ſie mein Umgang, mein Troſt, der Gegenſtand meiner zärtlichſten Hoffnungen; aber ſo ſehr ich den Frieden ihrer Seele achte, kann ich doch ihre weibliche Würde und die Geſinnungen, die

Ella. II. 2