Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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11 S⸗

O nein, rief dieſe,Wien beſitzt nichts, das mich reizen könnte. Stets zog ich Ehrenſels vor. Es iſt die Heimath meiner Jugend; dieſer ehrwürdige Ort iſt voll Erinnerungen an frühere glücklichere Tage. So lange ich unter dem Dache unſerer Ahnen bin, kann ich Wien nicht vermiſſen; und würde Leo⸗ pold die Erlaubniß erhalten, unſern häuslichen Kreis auf einige Wochen zu beleben, ich glaube ich wäre beinahe glücklich wollte ſie ſagen, aber das Wort erſtarb auf ihren Lippen bei dem Gedanken an Albert.

Ein anderer Name lebt in Deinem Herzen, Ella, bemerkte ihr Vater mit Ernſt;Du ſprachſt von Leopold, aber im Geiſt riefſt Du Deinem ab⸗ weſenden Albert.

Das ſanfte Mädchen erröthete und wandte das Geſicht ab, das die Spuren heftiger Bewegung trug.

Unſere veränderte Lage, fuhr Lindenberg mit dem Tone nachdrücklicher Vorſtellung fort,wird es mir nöthig machen, einige Zeilen an Albert zu richten, ehe Du mit Anſtand Deinen Briefwechſel mit ihm wieder aufnehmen kannſt. Du wirſt deßhalb nicht ſchreiben, bis Du meine Erlaubniß dazu erhältſt.

Ella drückte ſeine Hand mit Inbrunſt und blickte bittend in das Antlitz ihres Vaters.

Entſchuldige meine Bemerkungen, theures Kind,