denke,“ bemerkte die ängſtliche Mutter,„ſo zittere ich, ſeine Ausſichten möchten von den finſtern Wolken überſchattet werden, welche die Deinigen verdecken.“
Der Baron blickte ernſt, beinahe düſter.
„Wir haben unſerem Sohne gute Grundſätze eingepflanzt, und bisher hat er dieſen gemäß ge⸗ handelt. Laß uns hoffen, er werde auch künftig ſeine Pflicht redlich erfüllen,“ verſetzte er nach einer kurzen Pauſe.
„Nur um ſeinetwillen,“ fuhr Frau von Linden⸗ berg fort,„leide ich dieſen heftigen Schmerz. Für Dich habe ich kein Recht zu murren, wenn Du zu⸗ frieden biſt, Dich demüthig unter dieſes Mißgeſchick zu beugen.“
„Ich vermiſſe Nichts,“ ſagte er,„ausgenommen die Macht, durch welche ich zuweilen im Stande war, meinem Lande zu nützen. Blicken wir um uns, Karoline! wir haben ein hinreichendes Auskom⸗ men, und wir beſitzen ja einander.“
„Die Vergnügungen des Hofs hatten nie einen Reiz für mich,“ verſetzte die Baroneſſe;„ſein Ge⸗ pränge oder ſeine Vorrechte achtete ich niemals hoch. Vielleicht war ich für eine niedrigere Sphäre be⸗ ſtimmt. Aber Ella vermißt vielleicht Wien.“ Wäh⸗ rend ſie dieſes ſprach, wandte ſie ſich gegen ihre Tochter.
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