war; ich ſehe auf die Beweggründe der Handlungen. Wir können nur für unſere Abſichten verantwortlich ſeyn; die Deinen waren rein; Du warſt unklug, nicht böſe. Wir waren alle blind, haben uns alle ſelbſt getäuſcht. Es waren mir Schlingen gelegt; ich war dem Untergang geweiht; und dieſe unerwar⸗ teten Ereigniſſe wurden nur beſchleunigt nicht verur⸗ ſacht durch Deine Schwäche und Unklugheit.“
„Schuldvolle Schwäche, ſtrafbare Unklugheit, die ich niemals ganz zu ſühnen vermag,“ rief Ella, überwältigt von der Sanftmuth ihres Vaters.
„Dieſe Anerkennung löſcht Deine Schuld aus. Beruhige Dich, theure Ella. Bedenke, daß ich zwar aus dem Rathe meines Souverains entlaſſen, aber in meinen Augen nicht erniedrigt bin; und wo keine Erniedrigung iſt, iſt keine Ungnade,“ bemerkte der Baron mit Stolz.
„Du warſt zu populär, zu freiſinnig in Deinen
„Maßregeln,“ unterbrach ihn die Baroneſſe;„Du
erregteſt Neid, und mußt jetzt die natürlichen Folgen tragen.“
„Warum mit leeren Vermuthungen ſich abhär⸗ men, theuerſte Karoline?“ antwortete ihr Gemahl; „der Traum der Größe iſt vorüber; in Zukunft wer⸗ den wir für unſere Kinder leben.“
„Aber wenn ich an Leopold und ſeine Beförderung


