Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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Eine vorausgeſandte Staffete hatte die Annäherung der Familie verkündet und zugleich die Weiſung überbracht, ihre unerwartete Ankunft durch keine ge⸗ räuſchvollen Freudenbezeugungen zu begrüßen. Aber wenn man auch den lärmenden Ausdruck der Fröh⸗ lichkeit leicht unterdrücken konnte, ſo konnte doch durch Nichts der herzliche Willkomm und die dank⸗ bare Ehrfurcht zurückgedrängt werden, die aus den abgehärteten Geſichtern der um das Schloß verſam⸗ melten Landleute hervorleuchtete.

Von dieſem romantiſchen Stammſitze aus war Lindenberg zuerſt, in ſelbſtbewußter Würde, in den thätigen Kreis des öffentlichen Lebens eingetreten. Bisher war er in die Hallen ſeiner Voreltern im Gefühle ſtolzer Zufriedenheit, und um den Erinne⸗ rungen ſeiner Jugend nachzuhängen, zurückgekehrt; diesmal kam er unter ganz andern Verhältniſſen; er kehrte zurück, um Schutz und Vergeſſenheit zu ſuchen.

Hier wenigſtens finden wir Aufrichtigkeit, ſeufzte die Baroneſſe, während ihr Gatte ſie durch die erwartungsvolle Gruppe hindurchführte, die ſich verſammelt hatte, um bei ihrer Rückkehr zugegen zu ſeyn und ſie zu begrüßen.Dieſe offenen Geſichter haben nicht gelernt trügeriſch lächeln, dieſe herzlichen Stimmen nicht, Worte der Falſchheit ausſprechen.

Die armen Leute! verſetzte er;ſie ſind in

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