Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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begrüßt hatten, ragte hoch empor über das ausge⸗ dehnte Gebäude; der tiefe See breitete, unter den ſcheidenden Sonnenſtrahlen, ſeine ſchimmernden Waſ⸗ ſer aus, während der dicht beſetzte Lindenhain mit ſeinen langen Aeſten ſich bis an den Rand der Waſ⸗ ſerfläche erſtreckte. Kein Zweig dieſes ſchönen Haines war verletzt; das Laubwerk, in all dem üppigen Farbenſpiele herbſtlicher Mannigfaltigkeit erglänzend, entfaltete vor den Blicken einen Reichthum und eine Wärme der Tinten, wodurch die kälteren Schön⸗ heiten einer nordiſchen Landſchaft einen beinahe ita⸗ lieniſchen Anſtrich gewannen. Der ländliche Sitz, unter einer majeſtätiſchen, vom Alter knorrigen Eiche maleriſch angebracht; das ländliche Fiſcherhäuschen, auf einem über den See hervorragenden Felſen er⸗ baut; das kleine, mit Grün und Weiß bunt bemalte Luſtboot; Alles hatte für ſie Reiz und Wichtigkeit. Albert hatte früher dieſe Spiele angeordnet und geleitet; das Boot war einſt ſein, und unter ſeiner Aufſicht yatte man das zierliche Tackelwerk wieder in Stand geſetzt; jeder Winkel ſchien ſein Bild zu tragen, und war geheiligt durch den Geiſt der Liebe, der tauſend namenloſe Reize umher verbreitete. Eine Anzahl alter Diener und ergebener Lehens⸗ leute drängte ſich an beiden Seiten des gewölbten Thor⸗ wegs, um ihren gefallenen Herrn zu bewillkommen.