Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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7 So

der Einfachheit ihrer Lage glücklicher, als die glän⸗ zende Schaar der Höflinge, die das kaiſerliche Vor⸗ zimmer beſetzen.

In dieſen ehrlichen Herzen erregen wir keinen Neid, fuhr die Baroneſſe fort;unſrer Pflichten ſind hier weniger, und ſie ſind minder ſchwierig. O Friederich, ja wahrlich! Gott danke ich, daß der Sturm, der unſre Größe vernichtet, uns noch ſo viele Güter und Segnungen gönnte.

Wieder einmal willkommen in Ehrenfels! rief der Baron, während er ſeiner Gattin einen Stuhl hinſetzte;willkommen, theure Karoline! mein Kind Ella, willkommen in Deines Vaters Hauſe! in der Heimath ſeiner Ahnen! Dieſe gothiſchen Mauern, dieſe alten Thürme ſind unſer Eigenthum; mit den beſcheidenen Einkünften, die dieſe beſchränkten Be⸗ ſitzungen geben, begann ich zuerſt meine politiſche Laufbahn, und jetzt kehre ich unter das friedliche Dach meiner Ahnen zurück; und der Baron ſetzte ſich in dem großen, in unſrem erſten Kapitel ge⸗ ſchilderten Saale ſeiner Gattin zur Seite.

Als wir uns heiratheten, bemerkte ſie,brach⸗ ten wir hier die erſte Zeit unſres Ehſtandes zu. Ehrenfels muß mir theuer ſeyn.

Und auch mir, ſagte Lindenberg mit ruhigem