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„Ich bin ein Freund, alſo nicht vom Hofe,“ bemerkte der Fremde mit leiſer Stimme.„Wollen Eure Hoheit mir den Eintritt in Ihr Gemach geſtatten?“
„Sie ſind allein, wie ich ſehe,“ ſagte der Prinz; „und wären Sie es auch nicht, ich habe nichts zu fürchten; wenigſtens kenne ich kejne Feinde,“ rief er mit einem Grade von Feſtigkeit und ſittlichem Muthe, den man von ſeiner geſchwächten Geſundheit, ſeinem zurückgezogenen Leben und dem mönchiſchen Style ſeiner Erziehung nicht hätte erwarten ſollen.
Der Herzog zog ſich einige Schritte von dem Fenſter zurück, das auf den Eſtrich hinabging, wäh⸗ rend ſein geheimnißvoller Beſuch mit einer leichten Anſtrengung ſeiner kräftigen Geſtalt ſich herauf⸗ ſchwang und durch den offenen Flügel einſtieg. Er näherte ſich dem Sopha, auf welchem der Prinz Platz genommen hatte, warf einen weiten ſpaniſchen Man⸗ tel, der ihn völlig eingehüllt hatte, ab, und beugte ein Knie; dann erhob er ſeine ſchwarzen ausdrucks⸗ vollen Augen und begegnete dem ſcheuen Blicke des jungen Napoleon, deſſen eingefallene Züge in dem bleichen Licht der verhüllten Lampe, das gerade auf ihn fiel, von Neugierde und Staunen ſtrahlten. Schwerlich kann man ſich eine ergreifendere Gruppe vorſtellen.


