ℳ 223
Das Zeichnen ſchien die ſtärkſte Anziehungskraft ſür ihn zu haben, und eine Weile beſchäftigte er ſich munter mit ſeinem Pinſel; aber die ſtechenden und zunehmenden Bruſtſchmerzen nöthigten ihn, die halbvollendete Skizze, mit welcher er einige Minuten hingebracht hatte, beiſeite zu legen. Der Entwurf war geiſtreich gedacht und ſtellte eine romantiſche Feſtung vor, die er nur nach der Phantaſie mit überraſchender Correctheit gezeichnet hatte, und wobei ſich eine gebührende Rückſicht auf die möglichen Arten ihrer Vertheidigung, die wahr⸗ ſcheinliche Stellung der Kanonen und ähnliche Ein⸗ zelheiten nicht verkennen ließ. Ein Funke vom Genie ſeines Vaters war dieſem Papiere mitgetheilt. Lindenberg, der einen Theil des Nachmittags der Geſellſchaft des Prinzen gewidmet, lächelte ihm melancholiſchen Beifall, als er auf dieſen Verſuch dernenhesſ rit⸗ blickte, während Klemens, den Umſtand bemerkend, alsbald einen ſchönen Kupfer⸗ ſtich nach Raphael hervorzog, den er ruhmredig anpries, indem er dadurch die Aufmerkſamkeit des
königlichen Künſtlers von dem Gegenſtand, den er
gewählt, abzuziehen ſuchte.
Der Arzt, der die hectiſche Röthe bemerkte, welche auf den hohlen Wangen ſeines Patienten glühte, wagte eine beſcheidene Einrede und bat Seine 8


