Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
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Stolz in jeder Geſtalt empört ſich dagegen; es liegt eine Art Befriedigung darin, der Gegenſtand des Neids zu ſeyn, ſo daß die Eitelkeit entzückt wird durch den niedern Triumph. Aber das Mitleid ver⸗

giftet die Seele; eine ſanfte Natur verzehrt ſich dar⸗ unter, eine ſtolze ſtößt das unwillkommene Mitgefühl zurück und ſpottet ſeiner.

Zufällig mit allen äußeren Eigenſchaften der Majeſtät, der Geburt, des Reichthums, der Macht und des Einfluſſes ausgeſtattet, fehlte dem Herzog von Reichſtadt vollſtändig das wahre Weſen alles Deſſen, nämlich die Macht. Der ärmſte und nie⸗ derſte Bewohner von Wien war wenigſtens Herr ſeiner ſelbſt; aber dies war der Sohn Napoleons nicht. Wenn man ſein Geſchick und das ſeines Vaters betrachtete, ſo kann es ſcheinen, als ob eine vergeltende Gerechtigkeit über den Schickſalen der Menſchen thronte. Die alles verſchlingende Leiden⸗ ſchaft Napoleons, das unbegrenzte Streben nach Weltherrſchaft, der hartnäckige Mißbrauch großer herrlicher Gaben, beſtraft gerade durch die Errei⸗

chung und im Augenblick derſelben! Der Sohn gebo⸗ ren um das Scepter der Welt zu führen jetzt iſt ihm nicht einmal die freie Uebung des Gedankens verſtattet! Und das Verhängniß ſcheint an dem 1 e Geſchlecht zu haften. Die Familie Bonaparte