Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
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Von dieſer Thatſache war Marimilian Graf Roſenthal ein überzeugendes Beiſpiel. Kleinlicher und doch ſtolzer hat nie ein Mann gelebt; weltliche Größe betete er an, heraldiſche Auszeichnungen waren die einzigen, welche er anerkannte; ſeiner Schätzung nach entſchädigte ein Titel für die Abweſenheit jedes andern Vorzugs. Somit galt ihm die Neuheit ſeines Geſchlechts für ein bedeutendes, ſchmerzlich empfun⸗ denes Unglück, und war ihm eine unverſiegliche Quelle des Verdruſſes; zudem war dieſelbe eine unüber⸗ ſteigliche Schranke für ſeinen Ehrgeiz, denn ſie ver⸗ ſchloß ihm den Zutritt zu dem beneidenswerthen Heiligthum der kaiſerlichen Gemächer. Beinahe jede andere Sphäre der Thätigkeit und des Genuſſes ſtand ihm offen, nur dieſe war unzugänglich, aus⸗ genommen für die Geſchlechter von unbeſtrittenem Alter und unvermiſchtem Patrizierblut. Die Freige⸗ bigkeit, mit welcher er das Amt eines Kämmerers unter dieſe begünſtigte Klaſſe und ſelbſt unter deren jüngere Nachkommenſchaft und erbloſe Seitenverwandten ver⸗ theilt ſah, mußte ſeine eigene Entbehrung ihm noch weit ſchmerzlicher machen.

Graf Roſenthal hatte frühzeitig eine franzöſiſche Dame geheirathet, der er ſehr zugethan war. Sie war das einzige Kind und ſomit die Erbin eines gefeierten Generals in Bonaparte's Armee, zudem