Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
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doch nur durch Geſchmack und die angeborne Anhäng⸗ lichkeit an Verhältniſſe der Vorzeit geregelt, und jede Neuerung blieb ausgeſchloſſen. Noch immer blickten die grauen Mauern von Chrenfels düſter über den See; der Epheu wucherte noch immer um die Zinnen. Mit einem Worte, der geliebte Wohnſitz einer langen Reihe von Ahnen wurde, un⸗ verletzt durch moderne Zuthaten, in ſeinen urſprüng⸗ lichen Stand wiederhergeſtellt.

Die alten Bildniſſe wurden aufgefriſcht, die Tapeten erneuert, und durch die eichenen Fenſter⸗ rahmen fielen wieder die glänzenden Strahlen ge⸗ brochenen Lichtes auf den bunten Marmorboden.

Der höchſte Wunſch des Freiherrn wurde end⸗ lich erfüllt durch die Geburt eines Sohnes. Die⸗ ſes wichtige Ereigniß fand im Schloſſe Statt, und wurde von dem frohen und ergebenen Kreiſe ſeiner Pächter mit begeiſtertem Jubel begrüßt. Ein langer Zwiſchenraum trat ein, ehe unſere Heldin, die blau äugige Ella, die ängſtlichen Hoffnungen mütterlicher Liebe krönte. Leopold war vier Jahre älter als ſeine Schweſter, und wie ſie aufwuchſen in Unſchuld und Schönheit, erglühte ſeine junge Bruſt in der ganzen männlichen Zärtlichkeit brüderlicher Neigung gegen das ſpielende Kind, das wie ein höheres