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erwachen zum Bewußtſeyn ihrer ſelbſt; die Statue des Pygmalion wird lebendig.
Bei dem Freiherrn war die Liebe ein geiſtiges Weſen anderer Art; ſie glich bei ihm dem Nach⸗ laſſen des Sturms, wenn alle ſtreitende Elemente zur Ruhe gebracht ſind, oder dem ſanften Abend⸗ zwielicht, das auf den verſengenden Glanz des Tages folgt; es war ein beruhigender Einfluß, der auf die Fülle und Reife des Lebens mildernd ein⸗ ue⸗ der Leidenſchaft ihre Heftigkeit nahm, und einen ſtrafenden und ſänftigenden Schleier warf über die glänzenden Ausſichten einer ehrgeizigen Einbil⸗ dungskraft.
Es kann auffallend erſcheinen, daß Der, welcher unverſehrt mitten durch den Glanz der Schönheiten des Hofes hindurchgeſchritten war, durch die kunſtloſe Einfalt eines Weſens gefeſſelt wurde, das Wenige dem hochbegabten und ariſtokratiſchen Lindenberg zur Gattin beſtimmt haben würden. Doch Caroline Elehenſtein paßte in Wahrheit für ihn. Ein ſchönes zartes Geſchöpf, gleichſam ein duftender Aushauch von allem Süßen und Himmliſchen; ſie glich einer Raphael'ſchen Jungfrau, und ihre Seele entſprach ihrem Aeußern. Die funkelnden Cryſtalliſationen der weiblichen Natur zeichneten ſie nicht aus; aber gerade die Abweſenheit aller dieſer glänzenden Härten
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