Teil eines Werkes 
1. Band (1839)
Entstehung
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ihren verſchiedenen Abtheilungen mühſam angebracht war, konnte beim Scheine einer alterthümlichen, mit feinen Figuren künſtlich gearbeiteten Silberlampe, die an einer maſſiven Kette vom demſelben Metall vom Mittelpunkt der Decke herabhing, nur un⸗ vollſtändig erkannt werden. Der vereinigte Schein ihrer Strahlen fiel lothrecht auf die gaſtliche Tafel, die ſich prunkend darunter ausbreitete und eine duftige Mannigfaltigkeit herrlicher Speiſen entfaltete, wie ſie bei einem deutſchen Abendeſſen gewöhnlich

ſind. Alles war in reichgefaßten Schüſſeln oder.

Tellern aufgetragen, von demſelben koſtbaren Metall, aus welchem die Lampe gearbeitet war.

Der Baron von Lindenberg, welcher auf pa triarchaliſche Weiſe den Vorſitz an ſeiner Tafel führte, begrüßte die Liebenden mit einem Lächeln, das durch wohlwollenden Ernſt gemildert war;

whrend der freundlich verweiſende Blick ſeiner

noch immer ſchönen Gattin ſanft zu verſtehen gab, daß der Abendſpaziergang über die Grenzen der Klugheit hinaus verlängert worden ſey.

Die Baroneſſe war noch nicht bei jenem ge⸗ heimnißvollen Zeitpunkt angelangt, wo die Damen es für räthlicher achten, ihr Alter zu verheimlichen; ſie war noch nicht vierzig, und bewahrte viele jugend⸗ liche Friſche mit einigem jugendlichen Glanze. Ihr

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