Die Praͤſidentinn ſtand erſtarrt, ohne Worte. Die Augen flammten, die Hande zitterten; denn ſie ſah ſich verlaſſen, der alte Graf trat näher zu ſeinem Neffen, und hörte lächelnd zu. „Aber ob der Wiedergefundene ihr Sohn iſt, das kann ewig nicht bewieſen werden,“ rief die
Praͤſidentinn.
„Nichts iſt leichter! liebe Schweſter; Und in der That, es geht mir nahe, daß dein Herz keine Freude fühlt, daß von dem edlen Fritz noch ein Sohn da iſt oder nicht. Aber leſen Sie, lieber Oheim, dieſen Brief von meinem edlen Fritz.“
„Du wußteſt das alles, Bruder,“ rief noch giftiger die Praͤſidentinn— nund ſchwiegſt ſo lan⸗ gge? Das Maͤhrchen iſt mit Händen zu greifen.“ „ Die Wahrheit auch. Du ſollſt ſie mit deinen Haͤnden ergreifen, das verſpreche ich dir. Mein
Bruder war todt, ſein Sohn auch, das mußte . f...— ich glauben, wie ſeine Mutter es glaubte; denn
ich ließ mir von Hamburg aus über das ver⸗ unglückte Schiff gerichtliche Unterſuchungen ſenden, die du hier finden wirſt, und worin, um allen
Zweifel zu heben, des Kindes in einer Kerbwiege gedacht wird. Die Frau von So unenberg hei⸗ rathete wieder; ich glaubte, ſie würde es gern ſe⸗ hen, wenn ihre heimliche Verbindung verſchwiegen ...„ bliebe. Ich ſchwieg. Leſen Sie, lieber Oheim!“, Der Oheim las:
„Bald häͤtte ich meinen


