Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
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Niemand, auch die edelſten Menſchen, rüͤhrten nur eine Hand zur Befreyung des Unſchuldigen!

Die Freude raſ'te fort; das Vergnügen, die Luſt zog mit den flatternden Fahnen, mit dem tollen Gejauchze durch das Leben, waͤhrend die Unſchuld im Gefangniß ſchmachtete. Ach die Mutter ſelbſt hatte nur Thraͤnen, nur Wunſche, nur Sorgen! O wenn ich meinen Blick an den heitern Himmel ſchlug, ſo mußte ich ja rufen:O willſt du dich nicht mit ſchwarzen Wolken bedecken, bey den Ver⸗ brechen, welche die Erde füllen? Aber die Sonne ging ihre glühende Bahn! Kein Stern zögerte ſei⸗

naetwillen auf ſeinem ſtillen Wege.

Nein, rief ichnun nicht laͤnger.Ich war entſchloſſen, mich zu den Füßen des Fürſten zu werfen, und ihm zu ſagen:Er iſt mein Sohn, und er iſt unſchaldig!"

Aber da war er gerettet. Ein junges Maͤd⸗ chen, Iſabelle, flog mit ihrer warmen Inbrunſt zum Fürſten, und er war frey!.

Nun wurde ich ganz unthäͤtig; denn ſein Bu⸗ ſenfreund iſt hier, der Prediger aus Holm. Ich durfte nicht erſcheinen. Ich ließ alles abweiſen; ich war krank, und ich wurde es in der That.

So feſt auch IJſabelle überzeugt war, Olym pie würde nicht einwilligen, Boiſe n ihre Hand zu geben, ſo gelang es doch dem Vater, Olympiens weiches Herz zu verleiten, Ja zu

ſagen.