Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
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Frau von Sonnenberg an Agnes.

Gett, liebſte Agnes, wo bin ich? Was ſoll ich thun? Was kann ich thun? O ich bitte deinen ed⸗ len Mann um ſeinen Rath! Sende mir deinen Brief durch eine Eſtaffette!

Je mehr ich meinen Sohn kennen lerne, de⸗ ſto mehr ſehe ich mich gezwungen, ihn zu lieben. Ach, ich durfte ja nur Wunſche für ſein Gluͤck thun, nur Wünſche! Ach, er hat ſeiner Mutter warmes Herz, er liebt Olympien noch immer mit einer unendlichen Liebe, und dennoch ver⸗ ſchweigt er ſie. 3

Er könnte ſie ſehen, ſo oft er wollte. Denn Iſabelle, die ihr Leben daran geſetzt hat, ihm DOlympiens Hand zu geben, wünſcht nichts ſehnlicher, als er möchte Olympien nur ein 8 Mahl ſprechen. Er hat es durchaus abgeſchlagen.

O welch ein Madchen! welch ein Madchen!

Die Verbindung zwiſchen dem Kammerherrn Boiſen und Olympien wurde von Olympi⸗ ens Vater und der Familie Boiſens abgeſchloſ⸗ ſen. Warum man meinen armen, unglücklichen Sohn ſo furchtet, weiß ich nicht. Es iſt, als hät⸗ ten die Grauſamen eine Ahnung davon, wie fürch⸗ terlich er ihnen werden koͤnnte, wenn ſeine Mut⸗ ter, ach die ungluckliche Mutter! den edlen Sohn anerkennen wollte. 4 Die Grauſamen! ſie ließen ihn verhaften. 2,