Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
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neigung gegen ſie. Er hatte den Grundſatz:„Ein Diplomatiker darf vor dem vierzigſten Jahre nicht heirathen.”“ War's die Ausſicht auf den Titel

„Grafinn“, oder war es Geitz nach den Gütern der Sonders? Genug, ſie haßt uns, weil wir die Erben der Güter ſind. Iſt das Schickſal: ſo ſpielt es eine haͤßliche Rolle. Das ſchöne Fräulein heirathete Sonnenbergen, man ſagte damahls, wider Willen; und ſie war faſt immer auf Reiſen, deren Grund Niemand errieth.

„Die edle Frau war berühmt wegen ihrer fleckenloſen Tugend. Alles beugte ſich vor ihr, alles, ſelbſt deine Mutter vor dieſem Spiegel der weibli⸗ chen Tugenden.

„Nun traf ich auf Bürgern. Jetzt muß die Wahrheit und mein Haß heraus. Er hat mich be⸗ handelt, wie man einen aus dem unterſten Pöbel behandelt. Ich trage für ihn in' meiner Bruſt den unverſohnlichſten Haß und den Tod. Ich will alles aufgeben im Leben, nur die Rache nicht an dieſem elenden Menſchen. Ich forſchte nach ihm. Seine Schweſter iſt der Sonnenbergen Schwieger⸗ tochter; er, des Mahlers vertrauteſter Freund, jetzt ſein Schwager, und Prediger in Holm. Dahin reiſte ich im Frühjahre; das war meine gehei⸗ me Reiſe, über die du ſo viel ſpöttelteſt. Ich komme dort an, natiürlich verſtellt durch Kleidung und Mahlerey, und ich höͤre das ganze Dorf über ein Kind reden, das man hier ausgeſetzt und der Pfarrer