Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

— 215—

die Mutter—„und ich muß Sie bitten, mir zu erklaͤren wie der Herr von Boiſen unſchuldig iſt! „O recht gern, Frau Baroninn! Mein Sohn lernt in Italien eine Madame Sartili und ihre Tochter kennen, die in ſtiller Beſcheidenheit mit dem Schein der hoöchſten Tugend leben. Die Tochter iſt zum Entzücken ſchön. Mein Sohn geht im Hauſe aus und ein; weiter haben Sie keinen maͤnn⸗ lichen Umgang. Heimlich aber hat die Tochter einen Liebhaber. Mein Sohn hat in der That zu dem Madchen eine Art von Leidenſchaft gefaßt. Man ſucht das Netz über ihn zuſammenzuſchlagen, bis zum Glück mein Sohn erfahrt, daß ſie beyde als Saͤngerinnen auf dem Theater in Neapel gewe⸗ ſen ſind.“ „Er will ſich entfernen. Allein man will den reichen Raub nicht fahren laſſen. Die Tochter iſt

ſchwanger von ihrem Liebhaber. Dort beſchuldigt man meinen Sohn nicht. Er reiſt ruhig ab. Nach

drey Jahren erſcheint die Dame hier, lockt meinen

Sohn unter einem Vorwande in ihr Haus, und

dringt ihm, die Furie! mit dem Piſtol in der Hand, die Schrift ab, die Sie in den Händen haben, Olympiel Mein Sohn— und das iſt der ein⸗

zige Vorwurf, den ich ihm machen kann— läßt

ſich von der Schauſpielerinn imponiren, und unter⸗ ſchreibt. Ich berufe mich hier auf Alle, die hier

ſtehen, daß die Sache ſo iſt, liebſte Baroninn!