den ſie mit Schmerz dachte, weil ſie ihn ja mit ihrer geheimen Liebe betruͤben mußte, das harte ihr Herz ſo weich gemacht, und die Gewißheit ſo feſt, ſie wurde bald ſterben, daß ſie ja den kleinen Reſt des Lebens nur fur ein zu kleines Opfer anſah, das ſie irgend einem Menſchen bringen konnte.
„O Vater, lieber Vater, wüßte ich doch ein recht großes Geſchenk für morgen, ach für jeden Tag, für jeden Augenblick, da ich Sie ſehe!“
„O Kind, du hätteſt ein großes Geſchenk, das du wie einen Freudenkranz auf die wenigen Tage mieines Lebens legen könnteſt, deinen Brautkranz! Wer weiß, ob ich noch einen Geburtstag erlebe!“
Da faßte der Schmerz nach ihrem Herzen mit glühender Hand.„O gib, gib meinem Leben, gib dem morgenden Tage eine große Freude, mein Kind! Gib ſie mir!“
Sie erblaßte; aber das edle Mädchen fragte doch:„welche, mein Vater!“
„Gib deine Hand Boiſen!“
Sie athmete kaum noch.
Da aber der Pater ſie an ſeine Bruſt nahm, und, geruͤhrt von ſeiner eigenen Rolle, von der Zukunft Ungewißheit, und von der Liebe ſeiner Tochter, ſie mit Thraͤnen bethauete, da brach ihr Herz, da ſtreckte der Tod die kalte Hand nach ihr
aus, und ſie ſagte:„ja, mein Vater!“ da ſank „ ihr Haupt wie eine Lilie, gebrochen⸗ zuf ſeinen
*


