Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
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zu rächen. Wahrhaftig, Herr Graf, Sie dürfen mich nicht aufbringen! Sie könnten ſonſt ein Trau⸗ erſpiel erleben, vor dem der ganze Hof erzittern

würde. Der Menſch, der einen feſten Willen hat, iſt mäͤchtiger als die ungerechte Gewalt. Il morir non è tanto amaro!, ſagt ein Sprichwort, und ich bin nicht glücklich! Ich werde mich vor den Thron des Fürſten, deſſen Güͤnſtling Sie ſind, ſtellen, Gerechtigkeit fordern, und hört man mich nicht, vor den Richterſtuhl Deutſchlands; und

hoͤrt man mich dort nicht, ſo habe ich einen Willen und Waffen.“

Solch eine Sprache mit dieſer Ruhe, mit dieſer Würde, hatte der Graf noch nicht gehört.

„Würde das den Ruf Ihrer Tochter ſichern, Madame?“

„Ja, Herr Graf, das nur allein. Verführt kann ein junges Mädchen werden: aber ſie ſoll nicht zu der Schande, die ein Fremder auf ihr Haupt legte, die eigene Schande einer Lüge hinzufügen. Meine Tochter hat jedem Menſchen, der fragte,

geſagt: ein Böſewicht hat mich verführt und um ſeine Hand betrogen. Dieſes iſt ſein Sohn. Ich war ihm treu, und bins noch. Was iſt dabey die Schande, Herr Graf? Von heute an ſage ich: der Elende iſt der Kammerherr von Boiſe n! und jedesmahl ſetze ich hinzu: und gibt er ihr nicht ſeinen Nahmen, und erkennt ſeinen Sohn an: ſo habe ich den Verbrecher zu beſtrafen!"