— 43— le dieſen Unterricht nicht gehabt: ihr voreilendes Herz hatte ihr dennoch Ferdinands und ihrer Schweſter Liebe verrathen. Sie ſelbſt liebte Fer⸗ dinanden, ihren Retter, mit der ganzen Kraft ihrer heißen, muthigen, dankbaren Seele, und ihre Schweſter liebte ſie unter allen Menſchen am
meiſten.
Daß der Mann, der ihr Leben gerettet hat⸗ te, er mochte ſeyn, wer er wollte, in ihrem Hauſe bleiben mußte, ſchien ihr höchſt natürlich, und ſie durfte nur ein Mahl, nur ein Mahl ge⸗
wiahr werden, mit welchem Blicke Ferdinand
Olympien betrachtete, gewahr werden, mit welchem Blick Olympie ihn: ſo bildete ihr Herz, das nach einem Mittel ſuchte, ihrem Retter ih⸗ ren Dans zu zeigen, den Wunſch, ihre geliebte
Schweſter als die Frau ihres Retters zu ſehen.
Das war ein kindiſcher Gedanke, der aber ſehr bald recht feſt wurzelte, da ſie Olympien beobachtete, und ſehr wohl ſah; da ſre Ferdi⸗ nanden beobachtete, und auch ſah.
Daß man dem Retter einer Tochter die Hand der andern Tochter abſchlagen könnte, ſiel ihr nicht im Traume ein.„„
Sie meinte, Ferdinand dürfte nur ſa⸗ gen, daß er Olympien liebe, und mit Freu⸗ den wurden die Altern einwilligen. Was ihr uüͤber alles die Gewißheit gab, war,


