Worte, die du im Schlaf redeſt, hörte ich dich
— 44—
„Denn mehr Mahl, wenn ich hinüberhorche in dein Bett, auf deine Seufzer, auf die leiſen
ſchon drey Mahl“— ſie ſprang in die Höh’ und klatſchte in die Hände—„den Nahmen: ach Braune!“
„Iſabelle, o hör auf!“
„Und nahm ich das Licht, und ſchlich mich zu dir, ſo fand ich ja deinen laͤchelnden Mund und deine klopfende Bruſt voll Glück. Habe ich dich denn nicht geweckt, Olympie, wenn ich aus deinen verſchloſſenen Augen Thraͤnen hervorbrechen ſah? Sagteſt du nicht ſelbſt, Olympie, ein böſer Traum! und küßteſt mich, daß ich dich erweckt hatte?“ Da legte Olympie die Hand an die Stirn, und ſagte klagend:„Iſabelle liebt mich nicht mehr!“ Und Iſabelle verſicherte, ſie wollte nie wieder ſeinen Nahmen nennen. 3
Das kraͤftige, ſtarke Maͤdchen hielt Wort, ſo ſehr ihr Herz auch klopfte, und Olympie warf, nach acht Tagen ein Wort ganz von weiten hin/ das ihre Schweſter auf ihren Retter leiten ſollte.
Iſabelle ſah ihre Schweſter an, und mit großmäüthiger Liebe der Schweſter jede Beſchäͤ⸗ mung erſparend, that ſie, als vergäße ſie ihr Ver⸗ ſprechen, und nannte Braunen, und verrieth der geliebten Schweſter ins Ohr, wie Braune Olympiens Kopf nur gemahlt für ſich; wie


