Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
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die Morgenröthe auch das Grab? Ich bin ein Kind; denn es ängſtet mich ſehr! ſehr! Leb wohl! Bald bin ich bey dir, meine Agnes!

1‧

Noch drey Tagen, da Ferdinand das Haus des Barons Bardeſtein verlaſſen hatte, um in Dresden Buürgern zu ſehen, ſagte Iſa⸗ belle, ihre Arme um ihrer Schweſter Hals ſchla⸗ gend:„und kaͤme er nicht wieder, Olympie: ſo müßte ich verſchmachten, aufs neue verſchmachten, Ach du weißt nicht warum!“

Olympie ſah ſie nur an.

„Weil ich dich liebe, Olympie! Denn ich ſehe ja, wie du ſeitdem ſeufzeſt, daß er fort iſt. Oft hohle ich Nachts das Licht, und leuchte in dein Geſicht, wenn ich dich ſeufzen höre, und re⸗ den, und deine Lippen bewegen ſich ſanft im ſüßen Schlaf, und im Traum von ihm; ach, dann rede ich oft deine Lippen an, Olympie, und ſage: ſchöne Lippen, nennt ſeinen Nahmen!“

„Iſabelle, was ſagſt du?““.

„Ach, die heimliche Wahrheit, die keine Dro⸗ hung, keine Marter aus meinem Munde hervor⸗ zuäͤlen ſoll, liebe Schweſter!?

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