Teil eines Werkes 
3. Band (1816)
Entstehung
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— 36— Ich treke ins Zimmer, und Mutter und Töchter gingen mit der alten Liebe mir entgegen. Ich hatte meinen Triumph an Iſabellen; denn ſie war faſt ſo groß wie ihre Schweſter, und das kindiſch⸗ muthwillige, trotzige Geſicht hatte ſich in das Geſicht eines Engels veredelt, der ſtolz über eine große That in die Himmel zu⸗ 63 rück fliegt. „Und was habe ich von dir gehört?“ frage b ich—„was iſt dir begegnet? So rede doch, Iſabelle!“ Das Maͤdchen ſah mich an, mit Blicken, die ſich begeiſterten, mit Wangen voll einer ſchö⸗ nen, muthigen Röthe; dann hob ſie an zu erzäh⸗ len, wie ſie im Walde verirrt, drey Tage lang hungernd und dürſtend umher geirrt, bis ſie ermat⸗ tend und ſterbend an einen Felſen niederſinkt. „Dann“ ſo fuhr ſie mit ſtrahlenden Augen fort —„dann ſandte der Himmel einen Engel mir zu Hülfe.“

„Einen jungen Menſchen, Liebe,“ fiel die Mutter ein—„den ſie mit Gewalt zu einem En⸗ gel macht; einen edlen jungen Mann, einen jun⸗ gen Mahler!“

„Und wenn er nun mein Engel hat ſeyn ſollen, ſeyn müſſen,“ ſagte Iſabelle ſtolz o

„Du biſt es werth, mein Kind,“ ſagte ich,