„—
er als Kind that, um mir Blumen darein zu
ſammeln. Er war ſogar muthwillig, er drohete
mir mit den alten kindiſchen Worten. Er zog mich in ſein Spiel nach und nach hinein. Die ſchöne Kindheit mit ihrem Vertrauen bemaächtigte ſich meiner Bruſt.
Waͤhrend er ein paar Worte mit meiner Mutter ſprach, verſteckte ich mich im Garten, und ließ ihn ſuchen, bis er endlich meinen Nah⸗ men rief. Da verrieth mich mein Lachen, und er nahm mich zur Strafe in ſeine Arme, und druͤckte den erſten Kuß— nicht der Liebe— ſondern des alten Kindervertrauens auf meine Wange.
Wir blieben mehrere Tage hier, und ich
wunderte mich, daß von unſrer Liebe noch nichr
ein Wort geredet war. Den letzten Morgen, da wir am Nachmittage abreiſen wollten, waren wir noch ein Mahl in dem Garten. Wir ſtanden vor der Mauer, auf der die Gegend ſo täuſchend ge⸗ mahlt iſt, daß man erſt einen Schritt davon ſieht, es iſt ein Gemahlde.
Wir betrachteten es.„Das iſt Tauſchung, Marie,“ ſagte er, mich ernſt anſehend—„o, unſre Freundſchaft iſt keine Taͤuſchung!“
„Wie kommſt du darauf hier?⸗“
„Sieh mich an, Marie, ſag, es iſt Wahr⸗ heit!“² e „Unſre Freundſchaft iſt Wahrheit, Fritz!“ „Und alles? alles, Mari:? daß du mein


