ruhte, den du oft—o ich ſah es an deinem Blick — den du oft für eine verborgene Schuld hieltſt! War es eine Schuld: o ſo hat der Himmel ſie hart beſtraft! Und ſelbſt noch jetzt, meine Ag⸗ nes, kann ich dir nicht, will ich dir nicht alles ſagen!——
Sieh, da ſitze ich, mit der Feder in der Hand, die unbeſchreibbare Freude eines ſeligen Mutterherzens zu zeichnen, und neue Thräͤnen des Grams fließen auf das Papier über— mein Ge⸗ ſchick, das ich dir vertrauen muß! will!——
So höre!„
Es iſt als ware es heute. Unſer ganzes Haus war in einer frohen Bewegung. Meine Mutter ſchwamm in Freudenthraͤnen; denn ihrer Kindheit Geſpielinn, ihrer Jugend vertraute Freundinn, die Graͤfinn Sonders kam heute mit ihrer Fa⸗ milie nach einer langen Abweſenheit zu uns, um
von nun an auf ihrem Gute zu wohnen, das an
meines Vaters Gut graͤnzte.
Mein Vater war ſo voll Freude, wie meine Mutter. Der Graf war in Wien Geſandter ge⸗ weſen, mein Vater in Florenz.„Nun wird man doch ein andres Wort hören, als von Pfer⸗ den, Jagd und Ackerbau!“ ſagte er fröhlich.
Meine Mutter hatte mich an der Hand, und befahl mir, die neue Tante, die Gräfinn Son⸗ ders⸗ lieber zu haben, als alle Menſchen.
Sie kamen an, und die beyden Freundinnen


