Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
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kaſch:Die Mutterliebe würde auch hier den Freund überwinden.

Sie machte noch eine heftige Bewegung; dann ſtieg ſie in den Wagen. Es war eine Poſtchaiſe⸗ Ihr Bedienter war armlich bekleidet, hat Thereſe bemerkt. So auch ſie, behauptet Thereſe.

Da haſt du, was ich weiß. Es kam mir die er⸗ ſtern Tage nachher ſo gewiß vor, ſie ſey deine Mutter, wie etwas in der Welt.

Ich habe dir, ſo gut es mir möglich war, die eigenen Worte der Frau erhalten, damit du ſelbſt urtheilen magſt. Nachher fanden ſich ſo viel Klei⸗ nigkeiten, die mich wieder ungewiß machten.

Das Bild deiner Mutter, daß ihr doch erſt die Gewißheit geben konnte. Du warſt ihr Sohn, machte gar keinen Eindruck auf ſie, oder ſie mußte früher ſchon dich erkannt, und nun Ruhe genug Zehabt haben, ihre Rolle auszuſpielen.

Nun habe ich und There ſe ſchon eine Stun⸗ de geſeſſen, um ihr Signalement zu machen, und hier haſt du's.

Ich: eine ſtolze Geſtalt; Thereſe: hochmüthig.

Ich: ſanfte, blaue, offene Augen; Thereſe: graue, liſtige, falſche Augen.

Wenn die Herren, die Steckbriefe machen, es nicht beſſer verſtehen, als ich und Thereſe, ſo das war heute.

Geſtern behauptete Thereſe, ſie waͤre deine Mutter, und ihre Augen waͤren necht ehrlich. Vor⸗ geſtern wars umgekehrt. Und mir gings eben ſo, nur daß meine guten Tage in Thereſens böſe Tage fielen, daß ich die Frau für deine Mutter hielt, wenn Thereſe ſagte:Sie hat nicht einen Tro- pfen Blut von ihm. Kurz, wir wiſſen beyde nicht mehr, ſollen wir ſagen: Sie iſt deine Mutter, oder

ſe iſt es nicht.