Teil eines Werkes 
2. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

225

Die ſprechende Ahnlichkeit mit einem jungen Manne, den ich, ich weiß nicht wo, geſehen habe. Wenn mir recht iſt, in Italien. Er war ein talentvoller Mahler.

Das iſt er! platzte Thereſe heraus.

Die Fremde laͤchelte, und griff nach deiner Mutter Gemaͤhlde. Ich hatte ſie feſt im Auge. Sie ſah es an, und fragte recht ruhig: Wer ſoll das Maͤdchen ſeyn?

Seine Mutter, ſagte ich, meinen Blick auf ihr feſthaltend.

Wenn das ſeine Mutter iſt, ſagte ſie ſanft ſo bedaure ich meiner Freundinn verlorne Hoffnung: ſo iſt er ihr Sohn nicht.

Thereſe erblaßte; aber ſo ruhig dieſe Frau das alles ſagen wollte, ſa hörte ich doch an der be⸗ benden Stimme, daß etwas Rührendes ſie ergriffen und recht ſehr ergriffen hatte. Ich will ſchwören, Ferdinand, ſie iſt deine Mutter, oder deiner Mutter nahe Verwandtinn; denn verſtohlen richtete ſie ihre Blicke immer wieder auf dein Portrait, mit Blicken, als wollte ſie es in ihre Seele ziehen.

Eine Bewegung, die ſie mit ihrer Hand ein Mahl an ihrem Auge machte, indem ſie das Geſicht abwendete, ſchien mir, als wollte ſie eine verra⸗ thende Thraͤne wegwiſchen.

Ich ſagte ihr denn ſie blieb den Mittag bey uns auf den Kopf zu, daß ſie keine Italie⸗

nerinn waͤre.

84

y