„Nein, wie du die Mutter nicht erkannt haſt, an dem bebenden Ton der Stimme, an dem Falten der Hände, an dem Sinken des Haupts!“
„Ich ſinne mich zu Tode auf ein Mittel ſie gewiß zu erkennen.“
„Ich habe eins,“ ſagte Thereſe verſichernd— „und wenn ſie ihr Geſicht in hunder Schleyer hüllt? ſo will ich ihre Seele öffnen, und du ſollſt ſagen: „„Das war die Mutter.“““
Ich wußte nicht, was ſie wollte. Sie ver⸗ ſchwieg mir es hartnäckig; und am andern Morgen war die Italienerinn wieder bey uns.
Die Conferenz wurde, als wären wir Geſandte einen Frieden zu ſchließen, mit aller Behuthſamkeit von beyden Seiten fortgeſetzt.—
Ich wollte auf allen Fall Thereſen nichts nachgeben; und ſo hatte ich das Portrait deiner Mutter, das ich immer auf der Bruſt trug, und nach dem Thereſe hundert Mahl mit eiferſüchti⸗
gen Blicken hingeſchielt hatte, bis ſie mit truͤben Augen fragte, was das ſey, und ich es ihr ſagte— das Portrait hatte ich unter ein Papier auf den Tiſch gelegt, um es bey der Hand zu haben. Der Fremde redete von der Pflicht, die ſie ih⸗ rer Freundinn ſchuldig waͤre. Ich gab das zu, und ſagte dasſelbe von dir. „Wenn Sie,“ hob Thereſe an; denn die Fremde hatte mit Thereſen eine Viertelſtunde deutſch ganz leidlich geredet.—„Wenn Sie,“


